organisiert von: assoziation panda
Location: Buchhandlung Librería Utopía - radical bookstore vienna, Preysinggasse 26-28, 1150
Url: https://www.facebook.com/events/528912564155193/

Zwischen dem 3. und 25. Jänner 1918 erfasste eine Streikwelle weite Teile der Habsburgmonarchie. Über 700.000 Arbeiter_innen traten in den Ausstand, vor allem wegen der materiell bedrängten Situation, aber auch wegen der durch die sozialistische Revolution in Russland und durch die Verhandlungen von Brest-Litowsk genährten Friedenserwartungen. Die streikenden Arbeiter_innen forderten bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie ein Ende des Ersten Weltkrieges.

Manche Historiker_innen sehen im Jännerstreik 1918 den Beginn einer österreichischen Revolution, die schließlich zum Ende der Monarchie und zur Gründung der Republik führte. Zahlreiche Sozial-, Gesundheits- und Bildungsreformen, die Hanusch-Gesetzgebung, die Einführung des allgemeinen Wahlrechts für Frauen, die Gründung der "Arbeiterkammer" und der "Betriebsräte" in Anlehnung an die damalige sozialistische Rätebewegung und andere Errungenschaften gehen auf diese bewegten Zeiten zurück.

Roman Rosdolsky, während des Ersten Weltkriegs selbst als Soldat in der k.k.-Armee im Einsatz, hat dazu einen bemerkenswerten Text geschrieben und sich darin mit der Rolle der Sozialdemokratie, der offiziellen Politik und der "Linksradikalen" kritisch auseinandergesetzt. Anlässlich "100 Jahre Jännerstreik" wollen wir daher an Roman Rosdolsky und an seine Frau Emmy erinnern.

In der Zwischenkriegszeit in Wien politisch aktiv (Emmy anfänglich in der Sozialdemokratie, später bei der KPÖ & Roman Rosdolsky in regem Austausch mit Austromarxist_innen), mussten sie bald vor Austrofaschismus, Nationalsozialismus und Stalinismus fliehen. Während Emmy Rosdolsky vor allem über ihre Tätigkeit bei der US-amerikanischen Automobilgewerkschaft UAW und in Österreich später in der Memorial-Bewegung politisch wirkte, verfasste ihr Mann bahnbrechende Schriften zu verschiedenen historischen Episoden und politischen Theorien wie zur Nationalitätenfrage und zur Marxschen Kapitalismuskritik. Trotz Verfolgung, politischer Isolierung und zahlreicher Widrigkeiten blieb das Paar seinen politischen Idealen bis zum Tod treu.

Im Mai 2017 erschien im Wiener Mandelbaum Verlag, herausgegeben vom Rosdolsky-Kreis, die erste umfassende Biografie: "Mit permanenten Grüßen. Leben und Werk von Emmy und Roman Rosdolsky".

Link zum Buch: http://www.mandelbaum.at/buch.php?id=751

Die Veranstaltung ist kostenlos und wird von "assoziation Panda – Verein zur Förderung des kritischen literarischen Diskurses" mit freundlicher Unterstützung des Bezirks Rudolfsheim-Fünfhaus organisiert.

zeitdiebin – linker und radikaler Kalender für Wien