organisiert von: das que[e]r
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Url: https://queer.raw.at/veranstaltungen/2017-18/jaenner-2018/als-die-revolution-in-oesterreich-ankam/

...oder fast angekommen wäre. Am 14. Jänner 1918 brach auf Grund verringerter Lebensmittelrationen in Wiener Neustadt ein Streik aus, der sich in den nächsten Tagen auf umgebende Industriegebiete, auf Wien und schließlich auf die ganze österreichisch-ungarische Monarchie ausdehnte. Die Themen waren Brot und Frieden. Die Bolschewiki verhandelten gerade in Brest-Litowsk um einen gerechten Frieden, während die deutsche Generalität auf einem „Siegfrieden“, und damit der Fortsetzung des Krieges, bestand. Die österreichische Sozialdemokratie setzte sich an die Spitze des Streiks und konnte ihn nach mehr als einer Woche abwürgen. Wäre der Erste Weltkrieg abgekürzt worden, wenn die Kämpfe weiter geführt worden wären? Ende Jänner begannen große Streiks in Deutschland, in der österreichisch-ungarischen Monarchie drohten die Unruhen aufs Militär überzugreifen. In der linken Geschichtsschreibung werden Frauen am Rande erwähnt, obwohl sie die Hungerdemonstrationen seit 1916 dominierten und in allen Streiks eine hervorragende Rolle spielten. In den sich im Jännerstreik bildenden Räten spielten sie allerdings eine nur untergeordnete Rolle. Die Frauen waren „zu undiszipliniert“ und „zu unpolitisch“, behaupteten zumindest die Sozialdemokratie und große Teile der radikalen Linken!

zeitdiebin – linker und radikaler Kalender für Wien