organisiert von: ÖH Uni Wien
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Im US-amerikanischen Exil verfassten Max Horkheimer und Theodor W. Adorno 1944 die Dialektik der Aufklärung. Dieses gemeinsame Werk ist nicht nur grundlegend für die Kritische Theorie, sondern gilt als einer der zentralen Texte der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Die beiden Autoren analysieren in unterschiedlichen Anläufen sowohl die Ursachen des Faschismus als auch die Auswirkungen des Kapitalismus auf die spätbürgerliche Gesellschaft. Im Mittelpunkt steht dabei eine fundamentale Kritik des abendländischen Vernunftbegriffs: Denn mit der Selbstbehauptung des Subjekts gegenüber einer den Menschen bedrohenden Naturgewalt habe sich eine „instrumentelle” Vernunft etabliert, die sich nicht nur in der Dominanz über die Natur, sondern auch in der Herrschaft des Menschen über den Menschen ausdrücke. Dem vermeintlichen Fortschritt der Beherrschung wohne, so ihre weitreichende These, ein selbstzerstörerischer Prozess inne, den es selbstkritisch zu problematisieren gelte.