Otto Bauer und die Commons – 100 Jahre Vision einer sozialisierten Landwirtschaft
Otto Bauer und die Commons – 100 Jahre Vision einer sozialisierten Landwirtschaft
Vortrag und Buchvorstellung von Lisa Francesca Rail
Freitag 04.04.2025 Mondscheingasse 11 - 19:00
KSŠŠD/ Klub slowenischer Student*innen in Wien
1925 schrieb der austromarxistische Theoretiker Otto Bauer das Buch „Der Kampf um Wald und Weide“ – eine Wirtschafts- und Sozialgeschichte des ländlichen Grundeigentums in Österreich. Er schildert darin die Entwicklung des Zugangs zu Grund und Boden, die Geschichte der Allmenden und Gemeinschaftsgüter. Er fordert eine am Gemeinwohl orientierte Sozialisierung von Wäldern und Großbetrieben, die Erhaltung kleinbäuerlichen Eigentums und Wirtschaftens sowie die Ausweitung und Demokratisierung der Commons. https://www.mandelbaum.at/buecher/otto-bauer/der-kampf-um-wald-und-weide/
100 Jahre später gibt es weiterhin umkämpfte Wälder und Weiden, die Welt steckt tief in Klima- und Biodiversitätskrisen. Gegenentwürfe zu industrialisierter Landwirtschaft sind notwendiger denn je. Was lässt sich von Bauers Text für die heutige Agrar- und Bodenpolitik lernen? Was über Widerstand und politische Organisation im ländlichen Raum? Welche Rolle können alte und neue Commons dabei spielen?
Im Zuge der jährlichen Veranstaltungsreihe „Feministischer Frühling“ wird die Herausgeberin der Neuauflage von „Der Kampf um Wald und Weide“, die Anthropologin Lisa Francesca Rail, das Werk, seinen Entstehungskontext und seine Aktualität beleuchten und gemeinsam mit dem Publikum diskutieren. Besonderes Augenmerk liegt dabei darauf, uns aus der Vergangenheit für heutige Visionen und Kämpfe hin zu einer sozialisierten und feministischen Landwirtschafts- und Ernährungspolitik inspirieren zu lassen.