Turn Left - Smash Right. Gegen den Akademikerball und rechtsextreme Burschenschaften!
Am 20. Februar 2026 findet der Wiener Akademikerball in den repräsentativen Räumlichkeiten der Wiener Hofburg statt. Ort und Veranstalterin des Balls, die Wiener Landesgruppe der FPÖ, geben Auskunft darüber, wie gesellschaftsfähig Burschenschafter und ihre ideologischen Versatzstücke wie Antisemitismus, Sexismus, Männerbündelei, Homophobie und Rassismus in Österreich sind.Sie bilden ein Scharnier zwischen parlamantarischen Rechtsextremismus und Neonazismus. Nur eines von vielen Beispielen ist der Nationalratspräsident Walter Rosenkranz, Mitglied der rechtsextremen Burschenschaft “Libertas”. Er selbst bezeichnete den NS Generalstaatsanwalt Hans Stich, der Widerstandskämpfer:innen Verfolgen und Hinrichten lies, als “Leistungsträger”.
Burschenschaften vertreten ein völkisch-nationales, antisemitisches, rassistisches, sexistisches und queerfeindliches Weltbild. Regelmäßig kommt es zu sogenannten “Einzelfällen” wie z.B. dem Singen eines SS-Liedes bei der Beerdingung eines „Alten Herren“ v on FPÖ-Politikern und Burschenschaftern im September 2024.
Das reaktionäre Weltbild der deutsch-nationalen Burschenschaften, ihr Antisemitismus und ihr Hass auf alles Nicht-Deutsche ist eine Quelle der späteren nationalsozialistischen Exzesse, die in der industriell betriebenen Vernichtung des europäischen Judentums mündeten.
Wenn wir den Antisemitismus von Burschenschaftlern und anderen Rechten benennen, müssen wir gleichzeitig Antisemitismus auch als vielseitigeres Phänomen begreifen. Wir als emanzipatorische Linke müssen den Antisemitismus von allen Seiten benennen - egal ob von Rechten und Rechtsextremen, von Islamist*innen oder auch von Linken - und diesem entschlossen entgegentreten. Über Jahrzente hinweg veranstaltete der „Wiener Korporationsrings“, der Dachverband der deutsch-völkischen Verbindungen in Wien, ihren Ball in der Hofburg. Nach dem Druck großer antifaschistischer Proteste kündigten 2012 die Hofburg Betreiber:innengesellschaft den Burschenschaften die Räumlichkeiten. Die FPÖ sprang 2013 ein und veranstaltet seit dem den “Wiener Akademikerball”. Damit zeigt die Partei ihr ausgeprägtes Verhältniss zu den rechtsextremen Burschenschaften. Das Klientel des Balls hat sich seit der Übernahme durch die FPÖ nicht verändert. Es ist weiterhin ein Treffpunkt für nationale und internationale Größen der rechtsextremen Szene. Auch der Verein, der den Ball ausrichtet, besteht überwiegend aus Burschenschaftlern aus schlagenden Verbindungen
Dabei bleibt die bürgerliche Kritik am Akademikerball bei dem Verweis auf dessen rechtsextreme Verwicklungen zwangsläufig stehen. Wir hingegen wollen mehr sein als „gegen Rechtsextreme in der Hofburg“. Unser Protest beschränkt sich nicht auf tanzende Nazis oder eine spezielle Form der studentischen Korporation. Es geht uns um den Versucht die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse, welche reaktionären Formierungen aller Colour ein Fundament bieten, anzugreifen.
Wir wollen eine Gesellschaft die frei ist von Herrschaft, Ausbeutung und Unterdrückung. Eine Gesellschaft frei von Staat, Nation, Patriachat und Kapital. Für diese Welt müssen wir kämpfen - gemeinsam, entschlossen und vielfältig! Schließt euch dem antifaschisten Budenbummel und dem Protest gegen den Akademiker an!
Für die befreite Gesellschaft!