Sozialdarwinistische Zustände. Tödliche Gewalt gegen wohnungslose Menschen
Jedes Jahr werden wohnungs- und insbesondere obdachlose Menschen Opfer tödlicher Gewalt. Doch obwohl in zahlreichen Fällen die rechten Tatmotivationen auf der Hand liegen, bleiben eine politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Taten und ein Erinnern an die Opfer meist aus. Die Marginalisierung, die wohnungslose Menschen in allen Lebensbereichen erfahren, setzt sich auch nach ihrem Tod fort. Der Vortrag wirft einen Blick auf die langen Kontinuitäten sozialdarwinistischer Verfolgung und Gewalt, beleuchtet einerseits Gewalterfahrungen von wohnungslosen Menschen und diskutiert andererseits Motive und Motivationen sozialdarwinistischer Gewalt.
Merle Stöver ist Sozialarbeiterin, Antisemitismusforscherin und promoviert am Institut für Konflikt- und Gewaltforschung der Uni Bielefeld zu Tötungsdelikte an wohnungs- und obdachlosen Menschen zwischen 1989 und 2022.
Wann? 09.04.2026, 18:30 Wo? W23, Wipplingerstraße 23, 1010 Wien