organisiert von: Gruppe für organisierten Antifaschismus [wien]
Location: Oper, 1010 Wien
Url: https://gfoa.noblogs.org/post/2026/03/15/erinnern-heisst-kaempfen/

Am 02.04.2026 jährt sich der Tod des Antifaschisten Ernst Kirchweger zum einundsechzigsten Mal. Am 02.04.1965 starb der Wiener Antifaschist und Kommunist Ernst Kirchweger. Er wurde wenige Tage zuvor bei einer antifaschistischen Demonstration von einem Neonazi mit einem Faustschlag zu Boden gebracht und verstarb an seinen Verletzungen. Ernst Kirchweger gilt damit als erstes Todesopfer rechter Gewalt in Österreich nach 1945.

Kirchweger starb im Alter von 67 Jahren, nach einem bewegten Leben. Bereits mit 20 Jahren war er 1918 als Soldat am Marineaufstand in Cattaro beteiligt. Ab 1925 war er bei den städtischen Straßenbahnen angestellt. Zu dieser Zeit war er in der sozialdemokratischen Bewegung aktiv, von der er sich allerdings abwandte. 1934 trat er in die damals illegale Kommunistische Partei ein, bei der er bis zu seinem Tod Mitglied blieb. In den Jahren des Austrofaschismus engagierte er sich in der illegalen Gewerkschaftbewegung als Obmann der Fachgruppe der Straßenbahner.

Auch während des Nationalsozialismus blieb Ernst Kirchweger illegal politisch aktiv. Er stellte seine Wohnung für konspirative Treffen zur Verfügung, dort wurden ausländische Radiosender gehört und Hilfe für Opfer und Verfolgte des NS-Terrors organisiert. Die Wiener Gestapo kategorisierte Kirchweger als „politisch nicht einwandfrei“. Nach 1945 setzte er sein kommunistisches Engagement fort, vor allem auf Bezirksebene in Wien-Favoriten. Bis an sein Lebensende war Kirchweger auch als überzeugter Antifaschist aktiv. Auf einer Demonstration der österreichischen Widerstandsbewegung und eines antifaschistischen Studierendenkomitees gegen den antisemitischen Hochschulprofessor Taras Borodajkewycz wurde Kirchweger vom bis heute aktiven Neonazi und RFS-Mitglied Günther Kümel verletzt und starb kurz darauf an den Folgen dieser Verletzungen.

In Wien wird an mehreren Orten an Ernst Kirchweger gedacht: Am Zentralfriedhof steht ein Ehrengrab, das vom Wiener KZ-Verband gepflegt wird. In Wien-Favoriten ist ein Gemeindebau nach Ernst Kirchweger benannt, ebenso wie das autonome Ernst-Kirchweger-Haus (EKH) in der Wielandgasse. Vor dem Hotel Sacher, am Ort des Angriffs auf Kirchweger, erinnert außerdem ein „Stein der Erinnerung“ (Stolperstein) an sein Leben.

Wir wollen am Donnerstag, 02.04.2026 gemeinsam mit einer Kundgebung an Ernst Kirchweger erinnern und ihm gedenken.

Vor Ort wird es mehrere Redebeiträge geben. Anschließend legen wir Blumen und Kerzen am „Stein der Erinnerung“ vor dem Hotel Sacher nieder.

Kommt deshalb erst am 02.04. mit uns gedenken und schwingt euch am 18.04. aufs Fahrrad. Erinnern heißt Kämpfen, auch und besonders im Jetzt!