organisiert von: Gruppe für organisierten Antifaschismus [wien] | Institutsgruppe Politikwissenschaft (IG PoWI)
Location: W23, Wipplingerstraße 23, 1010 Wien

Beginn des Vortrags um 19:00 Uhr

Gerade in der linksradikalen Szene kommt Kritik an Männlichkeit oft viel zu kurz. Zwar wird viel der Antifeminismus der Rechten kritisiert, viele cis Männer nennen sich Feministen, verwenden die richtigen Begriffe und haben vielleicht schon mal einen Workshop zu kritischer Männlichkeit besucht. Eine konsequente Auseinandersetzung mit der eigenen Männlichkeit und der Männlichkeit der eigenen Bros findet dabei aber so gut wie nicht statt. Zurück bleiben frustrierte FLINTAs, die mit ihrer Kritik gegen eine Wand laufen und an Täterarbeit verzweifeln. Gleichzeitig steht Antifa immer noch in Verbindung mit einem militant-mackrigen Männerbild und der entsprechenden Ästhetik, welche auf Social Media gefeiert und verbreitet werden.

Um uns (selbst-)kritisch mit Männlichkeit in der radikalen Linken auseinanderzusetzen, veranstalten wir gemeinsam mit der Institutsgruppe Politikwissenschaft (IG PoWI) zwei Vorträge zu diesem Thema:

Antifa, Macker, Patriarchat – Antifaschismus und Männlichkeit

Warum nur will man unbedingt ein Krieger für das Gute sein? So könnte eine Frage lauten, mit der sich nach dem problematischen Verhältnis von autonomem Antifaschismus und Männlichkeit forschen lässt. Einerseits steht die radikale Linke nämlich für das Aufbrechen von Geschlechterrollen und für Antisexismus. Andererseits sind es dann aber doch wieder die immer selben Jungs mit den immer selben Frisuren, die im Antifa-Milieu den Ton angeben – Ausnahmen bestätigen hier, freilich, die Regel. Der Kampf gegen Neonazis erfordert Härte und Aggression, das Bezwingen von Angst und das Eingehen teils erheblicher körperlicher Risiken. Und oft geht er mit bösen gelben Briefen von Ermittlungsbehörden einher. Wer sollte das wollen? In Rückgriff auf männlichkeitstheoretische und sozialpsychologische Erklärungen, die die konflikthafte männliche Sexualität und Identitätsbildung im Patriarchat ernst nimmt, lässt sich zumindest nachvollziehen, welcher subjektive Vorteil sich für die klassische Figur des „Antifa-Mackers“ aus all dem ziehen lässt. Wozu? Sicher nicht, um damit aufzuhören, sich Nazis konsequent in den Weg zu stellen – aber auch nicht, um einfach weiter zu machen wie bisher.