Protest gegen die Kündigung unserer Kollegin!
Unsere Kollegin hat jahrelang für den Flüchtlingsdienst der Diakonie in der Beratung von ukrainischen Geflüchteten gearbeitet, immer ohne Probleme oder Beschwerden. Doch als sie sich für andere KollegInnen eingesetzt und es gewagt hat, mögliche Missstände nach Außen zu tragen, hat sich das geändert. Sie wurde selbst zum Problem erklärt und ihr wurde gesagt, dass man sie kündigen wolle, explizit wegen ihrer Solidarität mit einer Kollegin! Allerdings ist sie dann weder entlassen noch gekündigt worden – nachdem sich auch der Betriebsrat gegen eine Kündigung ausgesprochen hat.
Als unsere Kollegin im Betrieb knapp zwei Monate später per E-Mail an alle in der Abteilung erklärte, sich weiter für ihre KollegInnen einsetzen zu wollen, kam prompt am selben Tag, ein paar Stunden später, die Kündigung.
Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Motivkündigung handelt, was bekanntlich nicht erlaubt ist.
Wenn wir uns das Kündigungsschreiben weiter anschauen, sehen wir, dass das Datum des Kündigungsschreibens vor dem Datum der Übergabe liegt. Auch hier lässt uns der Gedanke nicht los, dass es sich um eine Rückdatierung (und somit um eine Dokumentenfälschung) handeln könnte, damit es nicht nach einer Motivkündigung aussieht.
Scheinbar ist die Kündigung seitens der Diakonie etwas hektisch in Reaktion auf das E-Mail der Kollegin ausgesprochen worden, um sie fix loswerden zu können. Denn es hat auch kein Vorverfahren gegeben, d.h. der Betriebsrat ist nicht noch einmal verständigt worden. Das ist dann offenbar auch der Personalabteilung aufgefallen, welche eine Woche später eine „Eventualkündigung“ nachgeschossen hat – für den Fall, dass es rechtliche Bedenken geben sollte, so sinngemäß.
Die Kollegin hat ihr bürgerliches Recht wahrgenommen und jeweils eine Kündigungsanfechtungsklage eingebracht, für die bereits Gerichtstermine stehen. Wir werden jedoch nicht nur den rechtlichen Weg allein beschreiten, sondern haben beschlossen, all diese Missstände auch in der Öffentlichkeit publik zu machen, um eine strukturelle Veränderung zu erreichen. Es kann nicht sein, dass Solidarität der Arbeitenden in einem Betrieb mit Kündigungen beantwortet wird. Das alte Motto der anarchistischen Gewerkschaftsbewegung gilt auch in diesem Fall:
Ein Angriff auf eine ist ein Angriff auf alle!