Wien befreit sich immer noch
Wien befreit sich immer noch Feier zur (temporären) Entfernung des Karl-Lueger-Denkmals 13. April 2026 – 18-22h – am ehemaligen Dr.-Karl-Lueger-Platz, 1010 Wien
Am 81ten Jahrestag der Befreiung Wiens von der Naziherrschaft laden wir zu einer Demonstration und Feier eines (potentiell) wichtigen Schritts der weiteren Ent-Faschistoisierung Wiens ein: Seit Januar ist das Denkmal von Karl-Lueger am Stubentor entfernt - und wir wollen, dass das so bleibt! Denn wir finden: In einer demokratischen und weltoffenen Stadt hat die Statue des Erfinders des antisemitischen Populismus und Vorbild Adolf Hitlers nichts zu suchen! Nach langjähriger und hitziger Debatte hat sich die Stadt Wien zu einer „Rekontexualisierung“ des Denkmals überzeugen lassen, weswegen der Platz zur Zeit von seinem braunen Erbe befreit ist. Doch die Statue, die bereits seit Jahren mit „Schande“-Graffitis selbstermächtigt rekontextualisiert war, soll gewaschen und dann in einer nahezu unmerklichen Schiefstellung von 3,5 Grad wieder aufgestellt werden. In einer Zeit von international wieder aufkeimenden Faschismus ist es umso wichtiger, sich unseres materiellen Erbes zu widmen und für ein antifaschistisches Gedenken in unserem geteilten, öffentlichen Raum einzusetzen. Nur finden sich auf der Wiener Ringstraße leider kaum Denkmäler, die für solche demokratischen Werte einstehen, dafür zuhauf Statuen autoritärer Kaiser, proto-faschistischer Demagogen und Generäle, die demokratische Revolutionen blutig niedergeschlagen haben. Doch auch wenn Wien am 13. April 1945 von der Naziherrschaft befreit wurde, müssen wir uns heute immer noch befreien von den Spuren dieser repressiven Politik und Gedankenguts. Wien befreit sich immer noch! Und da eine antifaschistische Zukunft nur aus einem antifaschistischen Geschichtsbild entspringen kann, laden wir herzlich zur Feier der Entfernung des Karl-Lueger-Denkmals ein. Durch eine freudige und diverse Feier wollen wir zeigen, dass die Mehrheit der Wienerinnen gegen den Wiederaufbau dieses braunen Schandmals ist. So umfasst das Programm für den Tag beide Seiten: Feiern der Entfernung mit DJs und Musikerinnen, aber auch Debatte darüber, wie zeitgemäßes öffentliches Gedenken aussehen soll – am Stubentor wie sonst überall in Wien. Hierzu laden wir zu Diskussionsrunden, Workshops, künstlerischen Interventionen und Stand-Up-Vorträgen ein um gemeinsam auszuarbeiten, was für Werte wir in unserem öffentlichen Raum für die Zukunft hochhalten wollen.