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Mobilisierte Volkssouveränisten. Zur Kritik des Populismus Vortrag mit Daniel Poensgen

Der Begriff des Populismus ist in aller Munde. Er sei die »Ideologiekritik des kleinen Mannes« oder die »Polemik innerhalb der Demokratie«, heißt es im Feuilleton und an der Uni. Doch scheitern Versuche, den Populismus zu bestimmen unter anderem daran, dass sich die als für ihn konstitutiv angesehene Gegenüberstellung von Volk und Elite sowohl bei den Neonazis des »Dritten Wegs« als auch in den Parteien der bürgerlichen Mitte durchaus finden lässt. Die akademischen Versuche, den Populismus zu erklären, laufen in all ihren Varianten auf eine Enthistorisierung der Demokratie als einer Herrschaftsform hinaus. Dabei wäre mit dem Begriff des Populismus durchaus etwas zu treffen: Er mobilisiert die Gewalt, die der Demokratie als Staatsform innewohnt und die er deswegen mobilisieren kann, weil die Demokratie ihren Versprechen im Rechtsstaat des Kapitals nur sehr bedingt gerecht wird. Als Bewegung mobilisierter Volkssouveränisten in der Demokratie lebt der Populismus von einer doppelten Feindbestimmung: Er ist Gewalt gegen die da oben und Gewalt gegen die da draußen – also gegen all jene, die man nicht zum Volk zählt, dessen Souveränität man sich gegen die normativen Regeln der Demokratie zurückerkämpfen will. Dass er dabei ein zwar in diesem Sinne demokratisches, aber von Widersprüchen geprägtes Krisenphänomen ist, welches die Kritik an ihm durchaus miteinschließt, diskutiert der Vortrag.