organisiert von: Khora E.V.
Location: NIG HS 2i (2. Stock)

Philosophie und Theorie als Lebensweise Leben und Denken innerhalb und außerhalb der akademischen Institution

Der Lebensweg als Philosoph erscheint prekär: Befristete Stellen und unsichere Zukunftsaussichten, schwindende kontinentalphilosophische Ausrichtungen an Universitäten und ein Legitimationsproblem der Philosophie überhaupt. Dazu kommt hoher Leistungsdruck durch die Konkurrenz um die wenigen Ressourcen in den geisteswissenschaftlichen Fakultäten. Trotz widriger Umstände reißt die Leidenschaft für einen Lebensweg der Theorie aber nicht ab, ganz zu schweigen von der gesellschaftlichen Relevanz philosophischer Reflexion. In der Realität können bisher nur sehr wenige diesen Weg gehen, weil ökonomische und kulturelle Schranken, die eng an die geltenden Institutionen geknüpft sind, uns daran hindern. Eine Kritik der Lebensweise schließt die Kritik der institutionellen Rahmenbedingungen und der Verteilung der Ressourcen mit ein, die, obwohl reichlich vorhanden, nur an wenige verteilt werden. Das Aufbrechen und Vervielfältigen dessen, was möglich und gut ist, ist zugleich der Gehalt und die Aufgabe der philosophischen Lebensform. In der Fröhlichen Wissenschaft schrieb Nietzsche den für diesen Vortrag und unsere ganze philosophische Existenz leitenden Gedanken auf: „Nein! Das Leben hat mich nicht enttäuscht! Von Jahr zu Jahr finde ich es vielmehr wahrer, begehrenswerter und geheimnisvoller, – von jenem Tage an, wo der große Befreier über mich kam, jener Gedanke, dass das Leben ein Experiment des Erkennenden sein dürfe – und nicht eine Pflicht, nicht ein Verhängnis, nicht eine Betrügerei!“

Wann? 01.06.2026 Wo? NIG HS 2i (2. Stock) Ein Vortrag von Michael Hirsch