organisiert von: Memory Gaps
Location: The Catalyst Lab, Helene-Taussig-Straße 1, 5026 Salzburg
Url: https://www.memorygaps.eu/gap-august-2026/

Seit 2016 setzt sich die Kunstinitiative Memory Gaps dafür ein, der während der NS-Diktatur enteigneten, deportierten und ermordeten Malerin Helene Taussig in Salzburg angemessen zu gedenken und die Josef-Thorak-Straße (im Salzburger Stadtteil Aigen) nach Helene Taussig umzubenennen.

In absehbarer Zeit dürfte es endlich zu dieser Straßenumbenennung kommen.

Helene Taussig (* 10. Mai 1879 in Wien; † 21. April 1942 im Transit-Ghetto Izbica) war eine österreichische Malerin. Nach dem Tod ihres Vaters, des Gouverneurs der Bodencreditanstalt Theodor von Taussig, widmete sie sich ab 1910 gänzlich der Malerei. Sie lebte und arbeitete seit 1919 in Anif bei Salzburg, Ausstellungen ab 1927 folgten, 1934 ließ sie sich vom Salzburger Architekten Otto Prossinger ein Atelier in Anif errichten. 1940 wurde sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft aus Anif ausgewiesen, 1941 enteignet. Helene Taussig floh nach Wien und fand für kurze Zeit in Wien-Floridsdorf, Töllergasse 15, Zuflucht im Altersheim des Klosters der Karmelitinnen. Am 9. April 1942 wurde sie in das Transit-Ghetto Izbica deportiert. Am 21. April 1942 in Izbica als verstorben gemeldet, wurde Helene Taussig vermutlich aber bereits davor, in einem der NS-Vernichtungslager Belzec, Sobibor oder Majdanek ermordet.

Eine Straße, die nach Helene Taussig benannt wird, stellt keine Rückerstattung im Sinne von Restitution dar, sondern entspricht dem Füllen einer Jahrzehnte hindurch offen gebliebenen Leerstelle.

Jenen hingegen, die damals auf der „falschen Seite der Geschichte“ standen, sollen ihre wissenschaftlichen, künstlerischen oder sonstigen Fähigkeiten und Leistungen keinesfalls abgesprochen oder weggenommen werden. Doch Ehrungen, die Städte ausgewählten Persönlichkeiten durch die Benennung von Straßen und Plätzen zukommen lassen, meinen immer den ganzen Menschen, dessen Leben und Haltung.