Konzert: Kenji Herbert & Stefan Micke
Wenn der Wiener Schriftsteller Stefan Micke mit dem Österreichischen Jazzpreis-Träger Kenji Herbert zum literarisch-musikalischen Duett lädt, bringt man am besten zwei Dinge mit: Eine Bündel eigener Emotionen und ein Säckchen heller Kieselsteine. Ersteres, da, wenn Künstler mit dem Feuer spielen, leicht Entflammbares ausdrücklich erwünscht ist. Letzteres, damit man am Ende des Abends auch wieder den Weg nach Hause findet – wenn man es denn möchte. Micke und Herbert stehen für Interpretationen ihrer Genres, die sich nur schwer einordnen lassen, aber vielleicht gerade deshalb umso zugänglicher sind. Dass sie sich einer solchen Einordnung entziehen, kann man so nicht sagen. Eher schon, dass ihnen derlei Schubladen zu langweilig sind – oder vielleicht auch einfach zu unbequem. Hochbau ist da schon eher das Thema: Brücken, wo keine Brücken vorgesehen sind, außergewöhnliche und bedrohlich schwingende Teile, betreten auf eigene Gefahr, aber jedenfalls betreten – nur um festzustellen, dass es die eigenen Gefühle sind, auf denen man da schreitet, und eine Spur heller Kieselsteine den Weg weist.
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