Ob Hietzing oder Kyjiw: Warum gute Nachbarschaft die beste Krisenvorbereitung ist
Katja Pavlova ist heuer aus ihrer sicheren westeuropäischen Zweitheimat nach Kyjiw übersiedelt, die fast täglich bombardierte Hauptstadt der Ukraine. Wir sprechen mit ihr darüber, was sie zu diesem Schritt bewogen hat, wie sie ihren Arbeitsalltag zwischen Regierung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erlebt und was aus ihrer Sicht dazu beiträgt, dass das Land dem russischen Angriffskrieg nun schon so lange Widerstand leistet. Dabei werden wir auch darüber nachdenken, wie Menschen in Hietzing angesichts des bevorstehenden Winters konkret helfen können.
Wir wollen aber auch darüber reden, was Hietzing, Wien und die Welt von Kyjiw und der Ukraine lernen können: Warum sind vertrauensvolle Beziehungen und gegenseitige Unterstützung zwischen Nachbarinnen so entscheidend für die Widerstandsfähigkeit gegen Kriege und andere Katastrophen? Was zeigt die russische Invasion über die Bedeutung von Solidarität, Zusammenhalt und gemeinsame Verteidigung von demokratischen Errungenschaften – und was können wir daraus für die Zukunft mitnehmen? Wie können “gewöhnliche Bürgerinnen” politisch aktiver werden, sich stärker einbringen und gemeinsam dafür sorgen, dass Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit auf allen Ebenen konsequent geschützt werden – vom eigenen Grätzl bis zur globalen Friedenspolitik?
Katja Pavlova hat Kulturdiplomatie studiert und arbeitet an der Schnittstelle von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, mit einem Schwerpunkt auf der Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und der Ukraine. Als operative Direktorin einer friedensbildenden NGO leitete sie Projekte zwischen Zivilgesellschaft, Politik und internationaler Kooperation und ist Beraterin des ukrainischen Sozialministers. Zudem engagiert sie sich ehrenamtlich und berät Initiativen zur medizinischen Zusammenarbeit.
Nach mehreren Jahren in Westeuropa lebt sie heute in Kyjiw. In ihrem Podcast „FKKyjiw“ spricht sie über den Alltag in der ukrainischen Hauptstadt, europäische Nachbarschaft und gesellschaftliche Lernprozesse. Dabei zeigt sie, warum Solidarität, Frieden und demokratische Resilienz nicht abstrakt bleiben, sondern im eigenen Stadtviertel beginnen.
Die Veranstaltung findet am 27. September um 17.00 Uhr im Bezirksmuseum Hietzing auf Deutsch statt. Fragen aus dem Publikum können auch auf Englisch und Ukrainisch gestellt werden.