organisiert von: IG Theoprax / LINKS
Location: Café Siebenstern, Siebensterngasse 31, 1070 Wien

Jahrzehntelang war der Kampf gegen Antisemitismus eines der wichtigsten und unumstrittensten linken Projekte. Doch heute scheinen die Lehren, die Linke aus den Schrecken des Holocaust gezogen haben sollten, zunehmend vergessen - während in Europas Gesellschaften die Zahlen antisemitischer Äußerungen und Übergriffe Jahr für Jahr und insbesondere seit dem 7. Oktober 2023 steigen und die “freundlichen Gesichter des Nationalsozialismus” in den Täternationen wieder Wahlen gewinnen. Dass mit dem Sieg über Nazi-Deutschland vor 80 Jahren der Antisemitismus nicht einfach aus den Köpfen verschwunden sein konnte, das ist klar. Dass er jetzt aber so unverhohlen wieder auf dem Vormarsch ist, ist ein Desaster.

Wenn sich der Antisemitismus wieder traut, laut zu werden, müssen wir, besonders als linke Menschen, gegen ihn vorgehen. Das fängt mit Aufklärung an, die eine kompromisslose Kritik des Antisemitismus und der Umstände, die ihn hervorbringen, erst ermöglicht. Dabei sollten wir nicht davor zurückschrecken, auch Antisemitismus-Vorwürfe gegen “uns selbst” ernstzunehmen und zu verstehen versuchen - anstatt mit nervösen Abwehrreflexen und eiligen Lippenbekenntnissen so zu tun, als ginge uns das alles gar nichts an.

Mit dieser Veranstaltungsreihe möchten wir einen Schritt in diese Richtung gehen und beginnen zunächst bei den Basics: der Definition, der Geschichte und der Funktion von Antisemitismus, wie dieser sich aktuell äußert und was demnach “noch gesagt werden darf”, ohne antisemitisch zu sein - und was eben nicht. Dazu laden wir Andreas Peham, Antisemitismusforscher beim Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes zum Gespräch ein und freuen uns über rege Teilnahme.