Sozialarbeitende als Abschiebehelfer*innen?
Der Vortrag thematisiert Kooperationsformen zwischen Österreichischer Polizei und Wohnungslosenhilfe: Mithilfe von in Notquartieren tätigen Sozialarbeitenden verschafft sich die Polizei Zugang zu den Schlafräumen. Dabei wird eine Praxis sichtbar, in der Kontroll- und Abschiebestrategien mit polizeiliche obdachlosenfeindlichen und rassistischen Verdachts- und Kriminalisierungslogiken verbunden sind. Aus der Perspektive einer menschenrechtsorientierten und abolitionistischen Sozialen Arbeit wird aufgezeigt, warum diese Kooperation abzulehnen ist und welche Handlungsspielräume für Soziale Arbeit bestehen. Strategien des Widerstands und der strukturellen Veränderung, darunter ziviler Ungehorsam, Whistleblowing, Lobbying, strategische Prozessführung undSolidarisierung, eröffnen Möglichkeiten, sich solchen Praktiken entgegenzustellen. Abschließend bietet der Vortrag Raum für einen offenen Austausch über eine Gesellschaft ohne Polizei, Gefängnisse, Grenzregime und Straflogiken. Zugleich lädt er zu Partizipation, Widerstand und Solidarität gegen die Notquartierskontrollen ein.